Um Interessen besser zu bündeln und der Zersplitterung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern entgegenzuwirken melden sich die bayerischen Akteurs-Netzwerke landesweit zu Wort. Auf einer Info-Veranstaltung in Regensburg werden erste Weichenstellungen zur Gründung eines Landesverbands gesetzt.

Was mit einem flammenden Aufruf an die Kreativen Bayerns begann, wurde im Rahmen der ersten Info-Veranstaltung Ende November in Regensburg zu einem gemeinsamen Bekenntnis: Der Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern (LVKK) soll 2019 gegründet werden. Darauf haben sich Akteure und bereits bestehende Vereine, Verbände und Netzwerke aus ganz Bayern verständigt. Die Ziele des LVKK sind in Grundzügen klar: Es geht um Lobbyarbeit und Vernetzung, um mehr Sichtbarkeit der Branche, um Förderprogramme und Projekte – und um möglichen Rechtschutz und Versicherungen unter dem Dach des Verbands.

Mehrwert und Notwendigkeit eines Verbandes auf Landesebene liegen auf der Hand: Durch Umstrukturierungen in der Landesregierung hat die Kreativwirtschaft ihren eigenen Ansprechpartner verloren. Die Teilbranchen wurden auf unterschiedliche Referate verteilt und unterstehen nun nur noch teilweise dem Wirtschaftsministerium. Dadurch verliert die Branche an Zusammenhalt und Gehör – was die ohnehin vorhandene Heterogenität der einzelnen Mitglieder zusätzlich verschärft. Ein Verband würde hier gezielt gegensteuern.

Ein wichtiger Punkt ist auch die Generierung von Fördergeldern: Ein Verband könnte hier wirkungsvoll agieren und auf Landesebene Mittel für die Branche abrufen. Denkbar sind Projekte zur Förderung des Stadt-Land-Dialogs, zu übergreifenden Fortbildungsinitiativen oder landesweit relevanten Themen. „Wir sind ein wichtiger Motor in Bayerns Wirtschaft, aber bisher sind uns größere Landesmittel verwehrt“, fasst Carola Kupfer vom Regensburger Forum Kreativwirtschaft die Ausgangssituation zusammen. Damit man in Zukunft mit einer Stimme sprechen und konkrete Forderungen stellen könne, brauche es folglich einen Landesverband für Kultur- und Kreativwirtschaft.

„Vor dem Hintergrund, dass der Beitrag der Kreativwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt noch vor der chemischen Industrie und der Energieversorgung liegt, ist diese stiefmütterliche Behandlung völlig unverständlich“, ärgert sich auch Sigrid Diewald vom freien Akteurs-Netzwerk Ingolstadt. „Aber wir haben ein gutes Vorbild: das sächsische Modell. Es agiert aus der Branche für die Branche und gestaltet dabei erfolgreich Wirtschaftsförderung auf Landesebene.“

Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits seit Sommer in der Oberpfalz, in Oberbayern und Oberfranken unternommen: Ein Positionspapier hat zumindest im Wirtschaftsministerium Gehör gefunden und zu ersten Gesprächen geführt. Dort sieht man der Verbandsgründung offen und positiv entgegen. Außerdem gibt es eine Kooperationsvereinbarung, die von Kupfer, Sabine Gollner (KüKo e.V.) und Sigrid Diewald (Freies Akteursnetzwerk Ingolstadt) unterschrieben wurde. Hier werden sich in den nächsten Monaten weitere Vereine und Netzwerke anschließen.

Immerhin: Dass Kreativwirtschaft irgendwie cool ist und einem Standort oder einer Region einen zusätzlichen Glanz verleiht, ist mittlerweile angekommen. Nun geht es darum, konkrete, sinnvolle und nachhaltige Förderung und Unterstützung zu bieten – und hier ist der LVKK eine große Chance für die Branche.

Ansprechpartnerinnen für die Kooperierenden Netzwerke:

Carola Kupfer, 1. Vorsitzende

Forum Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg e.V.

Wahlenstr. 17
93047 Regensburg
T 0171-3411682
W https://www.forum-kreativwirtschaft.de/de/
E carola.kupfer@forum-kreativwirtschaft.de

Sabine Gollner, 1. Vorsitzende

KÜKO e.V.
Kreativunternehmer-Netzwerk im Fichtelgebirge

Maintalstr. 123
95460 Bad Berneck
T 09273-9668670
M 01578-2239265
www.kueko-fichtelgebirge.de
kueko@itsabouttime.de

Sigrid Diewald

Freies Akteurs-Netzwerk Ingolstadt

Harderstr. 22
85049 Ingolstadt
T 0841 14281-10
M 0151 41811423
E  diewald@schnellervorlauf.de
W www.schnellervorlauf.de