Extended Reality ist ein Zukunftsmarkt – Bayern braucht eine XR-Agenda!
Bayern ist ein Hightech-Standort. XR – Extended Reality – verbindet Technologie, Medien und Kultur und gehört zu den wenigen Bereichen des Medienmarktes mit erheblichem internationalen Wachstumspotenzial.
Die XR-Branche ist ein wachsender Zukunftsmarkt.
In Bayern gibt es erfolgreiche XR-Unternehmen mit international ausgezeichneten Produktionen. Hier entwickeln wir neue Technologien, schaffen Arbeitsplätze, bauen Know-how und IP auf und vertreten Bayern erfolgreich auf der internationalen Bühne. Jetzt entscheidet sich, ob daraus ein nachhaltiger Wirtschafts- und Produktionsstandort entsteht. Die zum 1. Januar 2026 erfolgte Anhebung der maximalen FFF-Förderung auf 300.000 Euro pro Projekt war ein wichtiges Signal. Damit die Branche weiter wachsen kann, muss auch der Förderetat wachsen, zudem fehlen immer noch ausreichende Strukturen für Distribution und Marktentwicklung.
Wir schlagen deshalb vier konkrete Maßnahmen vor:
1. 1,5 Mio. Euro jährlich für XR-Entwicklung und Produktion
Die Erhöhung der maximalen Fördersumme auf 300.000 € pro Projekt muss mit einer entsprechenden Erhöhung des verfügbaren Förderbudgets einhergehen. Nur so können genügend Projekte parallel gefördert und international konkurrenzfähige Produktionen in Bayern umgesetzt werden. Die Vielfalt der bayerischen XR-Unternehmen muss erhalten werden, denn nur mit einer höheren Fördersumme von mindestens 1,5Mio. Euro kann der Bayerische Anteil an dieser Wachstumsbranche gesteigert werden.
2. 300.000 Euro jährlich für XR-Distribution und Marktentwicklung
In der XR Branche herrscht zwischen Produktion und Publikum noch keine fest etablierte Marktstruktur, was bei neu entstehenden Märkten üblich ist. Deshalb erreichen Bayerische XR-Produktionen häufig nicht die notwendigen Vertriebs-, Ausstellungs- und Auswertungsstrukturen. Ausländische Player werden stärker gefördert und drücken in den deutschen Markt. In Frankreich und anderen europäischen Ländern wurden bereits systematisch Vertriebsunternehmen aufgebaut; diese Struktur fehlt in Bayern und ganz Deutschland. Nur wenn auch bei uns entsprechend gefördert wird, können die Distributionsstrukturen wachsen und die Gewinne bleiben in Bayern.
Ein eigener Budgetanteil für Distribution muss deshalb Sales, internationale Markterschließung, Lokalisierung, Portierungen, LBE-Adaptionen (Location Based Entertainment – XR Ausstellungen vor Ort) , Marketing sowie die Akquise von Museen und Spielstätten unterstützen.
3. Unabhängige XR-Marktstudie Bayern
Der globale XR-Markt befindet sich an der Schwelle von Early Adopters zu Early Majority. Studien von Grandview Research prognostizieren einen Anstieg von rund 142 Mrd. USD (2023) Marktvolumen weltweit auf über 1 Billion USD bis 2030, entsprechend einer jährlichen Wachstumsrate von knapp 33 %. Parallel dazu erwartet PwC einen volkswirtschaftlichen Nutzen von 1,5 Billionen USD und einen Einfluss auf mehr als 23 Millionen Arbeitsplätze weltweit bis 2030.
Bayern ist stark in XR – aber um das wirtschaftliche Potential darstellen zu können, braucht die Branche eine belastbare wirtschaftspolitische Datengrundlage. Eine unabhängige Studie sollte Unternehmen, Arbeitsplätze, Umsätze, Besucherzahlen, Geschäftsmodelle und Wachstumspotenziale erfassen und Bayern mit internationalen Märkten vergleichen.
4. Ressortübergreifender XR Round Table Bayern
XR betrifft Medien, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie. Wir schlagen deshalb einen Round Table mit Politik, Ministerien, Förderinstitutionen, Wirtschaft, Forschung und Kultur vor, um gemeinsam eine Strategie für den XR-Standort Bayern zu entwickeln.
Bayern hat die Chance, jetzt zu einem führenden europäischen XR-Standort zu werden. Die kreativen, technologischen und unternehmerischen Kompetenzen sind vorhanden.
Jetzt braucht es die entsprechenden Rahmenbedingungen und eine verbesserte Förderung, damit aus Innovation auch nachhaltige Wertschöpfung in Bayern wachsen kann.
Wir bitten die Bayerische Staatsregierung und die zuständigen politischen Entscheidungsträger, diese Punkte gemeinsam mit dem Bayerischen Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft und der XR-Branche zu beraten.
Die unterzeichnenden Produzent*innen der bayerischen XR-Branche:
Björn Jensen – Gingerfoot
Kathrin Brunner & Oliver Czeslik – Myndstorm Productions
Katharina Weser – Reynard Film
Bashira Cabbara – Synaesthetica