Die SK³ – Ständige Konferenz für Kunst und Kultur in Bayern e.V. zeigt sich zutiefst besorgt über die Situation der Künstler*innen und Kulturschaffenden, die derzeit im Rahmen der Zwischennutzung „Fat Cat“ im alten Gasteig arbeiten. Wie bekannt ist, endet diese Nutzung Mitte 2026, um die Sanierung des Gasteig fortzuführen, die wichtig und verständlich ist. Für die freie Szene in München stellt dies jedoch eine akute Bedrohungslage dar. Arbeitsräume sind die Grundvoraussetzung für künstlerisches Schaffen.
Ihr Wegfall bedeutet für viele Künstler*innen und Ensembles nicht nur den Verlust eines Ortes, sondern eine existenzielle Herausforderung:
– Probenräume fallen weg,
– Unterrichtsangebote und Unterrichtsverdienste entfallen,
– viele können ihrer künstlerischen wie beruflichen Tätigkeit in München kaum noch nachgehen.
„Die Lage ist für zahlreiche Betroffene dramatisch. Wer keine Räume hat, kann nicht arbeiten – so einfach und so bitter ist das“, erklärt Andrea Fink, Vorstandsmitglied der SK³.
Dass die Schließung der Fat Cat eine so drastische Wirkung auf die Freie Szene der Landeshauptstadt entfaltet, liegt an dem extremen Mangel an günstigen Arbeits- und Kreativräumen in einer Stadt, die Künstlerinnen und Künstlern in unsicheren und prekären Lebens- und Arbeitsverhältnissen hohe Lebenshaltungskosten abverlangt. Die Zwischennutzung im Gasteig hat seit ihrem Start so zwischen 100 und 200 Kreative unterstützen können. Das Vertrauen, mit dem das Gebäude in die Hände der freien Szene gelegt wurde, hat sich ausgezahlt: Die Zwischennutzung im Gasteig Fat Cat zeigt eindrucksvoll, wie temporäre Orte oder Leerstände kulturell gefüllt werden können und ein vitaler Bestandteil von Kommunen werden.
Auch über die Stadtgrenzen hinaus gilt es von Seiten der Politik bayernweit Anreize zu schaffen, langfristige und temporäre Leerstände kulturell zu füllen: Kommunen aber auch private Eigentümer sollten dabei unterstützt werden, unbürokratisch brachliegende Flächen und Gebäude Kulturschaffenden zur Verfügung stellen zu können.
SK³ begrüßt daher ausdrücklich den aktuellen Antrag der Grünen/Rosa Liste, der die Stadtverwaltung beauftragt, gemeinsam mit den Mieter*innen des FatCat nach neuen, bezahlbaren Räumen zu suchen. Zu prüfen sind unter anderem das ehemalige Strafjustizzentrum, der Studiobau des Bayerischen Rundfunks sowie weitere leerstehende Gewerbeflächen. Diese Vorschläge zeigen klar: Es gibt Optionen – doch sie müssen jetzt entschlossen verfolgt werden. Zugleich sieht die SK³ im Beispiel des Kunstlabor 2, dessen Fortbestehen der Stadtrat gerade um weitere 7,5 Jahre gesichert hat , ein ermutigendes Signal dafür, dass Räume für die freie Kunst dauerhaft geschaffen und erhalten werden können. Auch hier könnte geprüft werden, ob zusätzliche Flächen für die freie Szene erschlossen werden können.
Die SK³ appelliert an den Münchner Stadtrat und an alle zuständigen Akteur*innen, rasch und entschlossen zu handeln: Die freie Szene braucht Planungssicherheit.
Ohne Arbeitsräume bricht ein wesentlicher Teil des kulturellen Lebens dieser Stadt weg.
Die SK³ steht für Gespräche und zur Unterstützung eines koordinierten Lösungsprozesses jederzeit zur Verfügung
Textquelle: https://sk3.bayern/