Der BLVKK unterstützt die Petition des Tonkünstlerverband Bayern e.V.

Wie der Tonkünstlerverband Bayern lehnt auch der BLVKK die geplante „Flexibilisierung der Stundentafel” ab, da sich daraus eine fundamentale Kürzung der künstlerisch-kreativen Fächer für alle Kinder in Bayern ergibt. Diese fatale Entscheidung verhindert wichtige Skills für eine KI-geprägte Zukunft. Deshalb fordern auch wir eine Rücknahme dieser Pläne…. 

Petition:
Der Tonkünstlerverband Bayern ist in großer Sorge um die Zukunft der künstlerisch-kreativen Fächer an den Grundschulen. Die Zusammenfassung der Fächer Kunst, Musik und Werken in einen “Fächerverbund” birgt die Gefahr einer Vernachlässigung der Persönlichkeitsbildung der Kinder. Der Tonkünstlerverband Bayern lehnt diesen “Fächerverbund” ab, da sich durch diese geplante “Flexibilisierung der Stundentafel” eine fundamentale Kürzung der künstlerisch-kreativen Fächer für alle Kinder in Bayern ergibt und fordert eine Rücknahme dieser fatalen Entscheidung.

Begründung
“Kein Fach soll wegfallen, wir haben ein ganzheitliches Bildungssystem” verkündete Kultusministerin Anna Stolz in der Pressekonferenz in München. Doch dem folgte de facto eine Streichung der kreativen Fächer Musik, Kunst und Werken, in dem diese Fächer ab dem nächsten Schuljahr in einen “Fächerverbund” zusammengefasst werden sollen. Nun ist es den Grundschulen überlassen, diese Fächer “flexibler” zu gestalten. Das bedeutet, dass sie alternierend, mal das eine, mal das andere Fach unterrichten können, um der Sprach- und Mathematikschwäche entgegenzutreten, die in der jüngsten PISA-Studie auch Bayern bescheinigt wurde.

Der Tonkünstlerverband Bayern ist betroffen und bestürzt über dieses Vorhaben und stellt die Bedeutung des Musik- und Kunstunterrichts wie folgt dar:

  • Zahlreiche Studien belegen die positiven Auswirkungen musikalischer und künstlerischer Aktivitäten bei Schülerinnen und Schülern im emotionalen und sozialen Bereich, sowie in Verbindung mit Motivation und Leistungssteigerungen. Bekanntestes Beispiel in der Musik ist der Film “Rhythm is it”, in dem Sir Simon Rattle Kinder und Jugendliche zu erstaunlichen Leistungen motivierte. Auch Projekte zur Gewaltprävention durch Musik und Kunst erscheinen erfolgversprechend.
  • Beide Fächer – Musik und Kunst – tragen wesentlich zur ganzheitlichen Bildung der Kinder bei, die in der geplanten „PISA-Offensive Bayern“ explizit gefordert wird. Dies bedeutet, dass diese Fächer wesentlich gestärkt und nicht reduziert werden müssen.
  • Die Stärkung sozialer Kompetenzen durch gemeinsames Musizieren, aufeinander hören, gemeinsames Malen und Werken, damit einander vertrauen und gemeinsame Ziele erreichen, bleibt unbestritten. Kunst und Musik sind Instrumente in der Integrations- und Inklusionsarbeit, regen an, bringen Kinder zusammen, eröffnen neue Räume und hallen nach. Musik und Kunst lassen niemanden unbeteiligt, alle werden “mitgenommen”.
  • Ebenso belegt ist, wie durch Singen und Auswendiglernen von Texten die Entwicklung von Sprachfähigkeiten gefördert wird. Studien belegen es: Singen fördert ganz unmittelbar die Verarbeitung sprachlicher Botschaften; kreative Tätigkeiten fördern die Neugier, die Fantasie und die Improvisationslust der Kinder, daraus entwickelt sich Einfallsreichtum, Schlagfertigkeit und Produktivität, alles Kompetenzen, die für die Zukunft der Kinder unabdingbar sind.
  • Die Reduktion des Musik- und Kunstunterrichts stellt einen großen Rückschritt in der Pädagogik der Grundschulen dar. Diese Kürzung konterkariert auch das Projekt “Musikbegeisterte Grundschule”; 140 musikbegeisterte Grundschulen sollen durch die Staatsministerin eine Auszeichnung für ihr besonderes Musikprogramm erhalten.
  • “Bayern ist ein Kulturstaat” – so steht es in der Verfassung. Doch wie kann die Nachwuchsarbeit an Musikhochschulen realisiert werden, wenn die Basis keinen Zugang erhält und sich nur eine kleine Elite die Musikausbildung privat leisten kann? Die Auswirkungen von Corona haben bereits zu einem deutlichen Rückgang der Musikstudierenden geführt. Der Berufsstand der Musiklehrer*innen wird erneut unter dieser Verunsicherung leiden.

Fazit:
Der Beschluss der Bayerischen Staatsregierung ist nicht nur falsch, sondern kontraproduktiv und eine fatale Fehlentscheidung. Der Tonkünstlerverband Bayern fordert die Bayerische Staatsregierung auf, die gefällte Entscheidung im gemeinsamen Dialog mit den bayerischen Fach- und Kulturverbänden, den bayerischen Bildungsinstitutionen zu überarbeiten und neue Lösungsansätze zu finden.

Mehr Infos gibt es unter:

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